Freitag, 17. März 2017

Buchtipps


Interessante (Bett) Lektüre...
 
"Sommerhaus mit Swimmingpool" von Herman Koch
 

Ein gesellschaftskritischer Roman über Moral und Vaterliebe, Schuld, Sühne und Selbstjustiz.

Großartig bissig geschrieben von Herman Koch, dem Autor von "Angerichtet".
Viele Rezensenten bemängeln die fehlerhafte medizinische Recherche und die angeblich ausgeprägte Homophobie des Autors. Ich sehe das anders.
Erstens ist der Roman kein medizinisches Nachschlagewerk und die erwähnten medizinischen Fakten nur Mittel zum Zweck.
Zu Punkt 2. Nur der Protagonist ist homophob. Hermann Koch versteht einfach sein Schreibhandwerk, genau wie ein sehr guter Schauspieler, der seinen Filmrollen "echtes" Leben einhaucht.
Mich begeistert Koch's bitterböser, knochentrockener und bissiger Blick auf die Welt.
Mit der Erschaffung seines Hauptprotagonisten Dr. Marc Schlosser ist  ihm wahrliches ein Meisterwerk gelungen. Vielschichtig, böse und zynisch. Ein Hausarzt, der keine kranken, fetten und irgendwie aus der Norm geratene Menschen mag.
Einer, der all seine Fehler, Defizite und Gelüste (vorallem sexuell) auf andere Menschen überträgt und sich in gewisser Weise über sie stellt.
„Sommerhaus mit Swimmingpool“ ist ein Roman, der mich bis zur letzten Zeile gefesselt hat und endlich mal wieder ein Buch war, das ich bis zum Schluss nicht aus der Hand legen konnte.
 
 
  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: KiWi-Taschenbuch (9. März 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462044982
  • ISBN-13: 978-3462044980
  • Originaltitel: Zomerhuis met zwembad
 

21.03.2017
Buchvorstellung „Die Steinheilerin“ von Elke Thomaso

ISBN: 978-3-95991-444-4
348 Seiten
 14,90
Drachenmond Verlag

Freising im Jahr 1590. Eine Hexenverfolgungswelle versetzt die Stadt in Angst und Schrecken und macht auch vor der jungen Heilerin Gret nicht halt. Mit den wertvollen Heilsteinen ihrer Lehrmeisterin im Gepäck, entrinnt das Mädchen nur knapp einer Gefangennahme. Sie flieht mit ihrem Freund Jacob und gerät dabei in die Fänge von Wegelagerern. Dann heftet sich auch noch ein rachsüchtiger Kaufmannssohn an ihre Fersen. Doch Gret trotzt auf ihrer abenteuerlichen Flucht ins Ungewisse allen Widrigkeiten und findet ihren Weg.

Ich liebe Geschichte, historische Romane und interessiere mich ganz besonders für die Frühe Neuzeit.
Mit ihrem Roman gelingt es Elke Thomaso den Leser in diese aufregende Zeit, des Umbruchs hinein zu katapultieren.
Die Wissenschaft, allen voran die Medizin, stand noch ganz am Anfang.
Frauen, wie Gret, die junge Heilerin, wurden damals argwöhnisch beäugt. Sie durften sich keine Fehler, keine unüberlegte Äußerung erlauben, sonst brachten sie sich in große Gefahr, die damals oft auf dem Scheiterhaufen endete.
Elke Thomaso gelingt es mit ihrem sehr gut recherchierten Roman, ganz ohne den üblichen Kitsch, die spannende Geschichte einer Heilerin/Hebamme (Ende des 16. Jahrhunderts)  den Leser näherzubringen. Ich bin begeistert.
Man ahnt ihr eigenes medizinisches Heilinteresse, welches wir heute unter ganzheitlicher Medizin verstehen.
Ich bin ein Fan davon.





16.03.2017

Buchvorstellung : „ Die Seelenspringerin“ von Sandra Florean

Ganz am Anfang muss ich gestehen, dass ich eigentlich keine „Vampirromane“ mag.
Im Rahmen einer Leserunde habe ich mich aber doch auf das Buch eingelassen und bin nicht enttäuscht worden.
Einer meiner alten Lieblingsserien war „True Blood“, und tatsächlich hat die „Seelenspringerin“ von Sandra Florean einige Parallelen. (Crime und prickelnde Erotik)
Das mag ich.
 „Die Seelenspringerin – Abgründe“ ist als Buchreihe aufgebaut worden und so entwickeln sich die Charaktere, allen voran Tess, langsam.
Tess ist eine junge Frau, mit der Gabe in die Körper von Vampiren, Gestaltenwandler u.ä. zu springen.
Da sie diese Fähigkeit aber weder steuern noch kontrollieren kann, gerät sie immer wieder in gefährliche  und auch unangenehme Situationen. Sie sieht und erlebt bei diesen Sprüngen, das was der von ihr heimgesuchte Körper fühlt, sieht und tut.
Meist sind es abscheuliche Verbrechen.
Dennoch weiß Tess nicht, in wessen Körper sie sich befindet. Die Sprünge sind kurz und sehr intensiv. Sie versucht dann, auf eigene Faust, den Täter dieser Verbrechen ausfindig zu machen.  
Zur Seite stehen ihr zunächst nur Jim, ein undurchsichtiger Polizist und Rafael, ein Vampir, den sie für seine (Liebes) Dienste bezahlt.
Bei ihrer Suche lernt sie weitere Vampire kennen und verliebt sich sogar erstmalig.
Doch diese Verbindung wird nicht gerne gesehen. Sowohl Tess als auch der Vampir müssen einen hohen Preis zahlen.
Immer tiefer verstrickt sich Tess in die (ur)alten Angelegenheiten und Hierarchien der Vampire. Als dann auch noch plötzlich eine Werlöwin in ihrem Haus auftaucht, scheint es kein Entkommen mehr zu geben.
Fazit: Spannender Action - Krimi mit außergewöhnlichen Charakteren




16.03.2017

Buchvorstellung "Joli Rouge" 

Ich möchte euch den historischen Abenteuerroman "Joli Rouge" von Alexandra Fischer empfehlen.
Der Autorin gelingt es, mit bildgewaltigen Worten, uns auf eine Reise zu den Bukaniere auf die Westindischen Inseln mitzunehmen.
Sie erzählt die Geschichte der roten Jacquotte, die im 17. Jahrhunderts inmitten einer von Männern dominierten Welt lebt.
Die junge Jacquotte Delahaye ist eine Frau, die sich gegen das Frauenbild ihrer Zeit auflehnt und aufbegehrt. Sie kämpft verbissen für ihren Traum, eines Tages als Mitglied der Bruderschaft aufgenommen zu werden, die ausschließlich Männern den Zutritt erlaubt. Für diesen Traum, und für den eines Tages sogar selbst als Kapitän ein eigenes Schiff zu befehligen, ist sie bereit einen hohen Preis zu zahlen.
„Joli Rouge“ ist ein gut recherchierter, fundierter und authentisch geschriebener Roman, fernab von „Fluch der Karibik“- Manier.
Die Autorin geht mit den Lesern nicht zimperlich um. Sie spart nichts aus. Die Zeiten damals waren hart und oft auch grausam.  
Auf der Tagesordnung standen nicht nur Intrigen, sondern auch blutige Machtkämpfe (zwischenmenschlicher  und politischer Natur).

Fazit: Klare Lese – und Kaufempfehlung!







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